Sankt Aegidius Hirschau

Sie sind gefragt ...

Gemeindeversammlung 7.2.2012 - Dialogprozess in St. Ägidius

Die Kirchengemeinde Sankt Ägidius nimmt die Deutsche Bischofskonferenz beim Wort, die „zu einem Gesprächsprozess einlädt, der dem Glaubensweg unserer Kirche (…) theologisches Profil und kirchlichen Zusammenhalt verleihen soll“. Ein erster Schritt war eine Befragung der Gemeinde via Fragebogen, die ohne große Resonanz blieb. Umso erstaunter war dann der Kirchengemeinderat, als sich mehr als 50 Mitglieder zur Gemeindeversammlung einfanden. Die Optimisten waren von der Hälfte ausgegangen.
Zunächst stellte der KGR-Vorsitzende die Arbeit der vergangenen Jahre vor, die zwar stark von Bauvorhaben (Renovierung Wallfahrtskapelle und Neubau Kinderhaus St. Martin) geprägt war, doch auch die Gründung eines Familienkreises, eines monatlichen Taizé-Gebetes und das Angebot von Gemeindewallfahrten beinhaltete – Anliegen, die in der letzten Gemeindeversammlung 2008 laut geworden waren und daraufhin verwirklicht wurden.
Plenar und in Gruppen wurde dann unter der Leitfrage „Was erhält/macht unsere Gemeinde lebendig(er)?“ äußerst engagiert, lebhaft und auch kontrovers diskutiert. Allgegenwärtig war allerdings die Befürchtung, dass der Dialogprozess „Augenwischerei“ sei, sich an den bestehenden Lehrpositionen „sowieso nichts ändern würde“ und die Enttäuschung dann umso größer sein werde. Nichtsdestotrotz wurden Wege gesucht, um im Kleinen und somit auch Großen Veränderungen zu bewirken.
Nun wird es Aufgabe sein, den Dialog sowohl innerhalb der Gemeinde als auch über sie hinaus fortzusetzen: Es gilt die in beeindruckendem Maß vorhandene positive Energie aufzunehmen und Anregungen sowie Kritik in konkretes Handeln umzusetzen: Der Weg ist das Ziel!  

 

 

Rückmeldungen der Umfrage „Sie sind gefragt …!“

Was ist mir wichtig in der Gemeinde St. Ägidius?

Sonntagsgottesdienst
Verlässliche Gottesdienstzeiten
Breites spirituelles Angebot
Vielfältiges Angebot
Zusammenhalt der Gemeinde
Dass das tolle Engagement der Laien und Hauptamtlichen erhalten bleibt
Die sehr guten Predigten – als Wochenbegleitung
Wallfahrten
Kirchenmusik – Singen
Taizégebet
Gemeinschaft: Gottesdienst feiern (Eucharistie – Liturgie)
Dass  beim Orgelspiel etwas feiner umgegangen wird - „Im Alter tun uns die Ohren weh.“
Die mir bekannten Menschen, die ich dort sonntags nach der Kirche treffe
Sternsingeraktion
Kinderbibeltage
Singen „neuer“ Lieder im Familiengottesdienst mit Bandbegleitung
Gespräche und Begegnungen

Was vermisse ich in St. Ägidius?

Begegnungsmöglichkeit nach dem Gottesdienst – alle beziehungsweise viele sind schnell  weg
Die neugotischen Seitenaltäre
Gesprächskreise: Glaubensgespräche / Bibelkreis / Austauschrunde / Meditation
Möglichkeiten zur Glaubensvertiefung
mehr jüngere Menschen in den Gottesdiensten
eine feste Ansprechzeit auch des Pfarrers – oder Anrufbeantworter (die pastorale Ansprechperson kann nicht alle Fragen beantworten)
mehr Stille in der Kirche, wenn die Messe aus ist – wenn Eltern da sind
die 2. Lesung
ab und zu ein Stundengebet: Komplet – Vesper …
Angebot für Erwachsene ohne Kinder

Was würde ich verbessern oder verändern in St. Ägidius?

Die 2. Lesung , dafür lässt  sich ja so manches Lied kürzen
AB für den Pfarrer
Stammtisch für Erwachsene – analog Familienkreis
Gesprächskreis schaffen eventuell auch ökumenisch
Noch mehr Farbe bekennen – wir brauchen uns nicht zu verstecken
Mehr und offensivere Kommunikation
Tag der Katholischen Kirche Tübingen – alle 2 Jahre
Die klobigen Lampen raus
Öfter musikalische Abwechslung: Gospel Chor – moderne Musik – Hirschauer  Bläser
Orgelunterricht oder Angebot mit Dekanatsmusikern – Tipp für gute Begleitung für Hirschauer  Organisten
Die Hostienschale am Haupteingang ist unhygienisch
Das Kirchengeläut bis 5 Minuten vor dem Gottesdienst, nicht 15 Minuten vorher
Bei der Lesung langsamer sprechen
Der Pfarrer möchte im (Seiten-) Wechsel die Kommunion austeilen - 2x
Der Friedensgruß hat zu sehr überhandgenommen und stört mich – zwecks Erkältung
Der Friedensgruß vorn und hinten stört mich zu sehr bei der Messe, es ist alles übertrieben

Ergebnisse der Arbeitsgruppen der Gemeindeversammlung

Nach Abschluss der Gruppenarbeit wurden die Ergebnisse wiederum von den Moderatoren dem Plenum vorgestellt. Eine inhaltliche Kommentierung und Diskussion der Ergebnisse durch das Plenum fand teilweise direkt statt; manche Punkte sind im Kirchengemeinderat oder den entsprechenden Gremien weiter zu bearbeiten.

Gruppe „Auswertung der Befragung“

Musikvielfalt im Gottesdienst erhöhen
Feste Ansprechzeiten von Pfarrer Krist einführen
Begegnungsmöglichkeit nach dem sonntäglichen Gottesdienst anbieten (Kaffee im Gemeindehaus)
„Kaffee unter der Orgel“ stieß auf partiell starke Ablehnung: „Mein Haus soll ein Bethaus sein.“ (Lk 19, 46)

Gruppe „Diakonie – Soziale Verantwortung“

An einer Aktion von „Unser Hirschau e.V.“ teilnehmen, die die Integration ausländischer Hirschauer Bürger in die Dorfgemeinschaft fördern will  (Unser Hirschau e.V. unter anderem initiiert und unterstützt Projekte, die der Erhaltung und Schaffung gesunder Wohn- und Lebensverhältnisse für die Hirschauer Bürger dienen.)
KGR soll ablehnend Stellung dazu nehmen, dass einem MA der Diozöse wegen Ehebruch gekündigt wurde.
Diese Initiative wurde polar diskutiert.

Gruppe „Verkündigung – Glaube & Spiritualität“

„Kirchensprache“ mit Hinblick auf die jüngeren Generationen auf Akzeptanz prüfen
Frage erörtern, wie Jugendliche zum Glauben gebracht werden können
These diskutieren und prüfen, dass in jedem Menschen Sehnsucht nach Glauben & Gott vorhanden sei und Konsequenzen für die Gemeinde im Sinne von „Mission“ ableiten
Beachten, dass „Glaube & Gebet“ nicht über Druck und Vorwurf gefördert werden können und dass „Glaube“ nicht nur am Kirchgang festgemacht werden sollte
Frage erörtern, wie das mittlere Alter (40 bis 60 Jahre) aktiviert werden könne
Jüngere für den Lektorendienst gewinnen
3. Jugendgottesdienst p.a. durchführen
Wall-/Taizéfahrten für Jugendliche/Firmlinge durchführen
Ministranten weitere Aufgaben (im Gottesdienst) jenseits des Ministrierens zuweisen.
Frequenz der Familiengottesdienste auf 4 Wochen erhöhen und den Beginn auf 11.00 Uhr setzen
Glaubensgesprächs- und Bibellektürekreise initiieren

Gruppe „Liturgie – Kirche & Gottesdienst“

Familiengottesdienstbeginn nach hinten schieben
Frage erörtern, wie das mittlere Alter (40 bis 60 Jahre) aktiviert werden könne
Prüfen inwiefern Tageszeitenliturgie, Abendgebet, Anbetung eingeführt werden könnten
Kirchenblumenschmuckteam verstärken
Prüfen ob durch die Hostienschale am Eingang die Symbolik nicht überladen wird
Liedrepertoire mit moderneren Weisen (zum Beispiel aus „Erdentöne – Himmelstöne“) erweitern
Prüfen, warum die vielen Priester, die im Rottenburger Dom konzelebrieren, nicht in verwaisten Pfarreien eingesetzt werden

Gruppe Gemeinschaft – Gruppierungen/Gemeinde/Weltkirche & Ökumene

Mehr Begegnungsmöglichkeiten schaffen (nach dem Gottesdienst)
Den Pfarrer entlasten (von Administration), gegebenenfalls mit mehr Wortgottesdiensten
Gemeinsam mit der evangelischen Christusgemeinde „Ressourcenschonung/-entlastung“ prüfen: Zusammenlegung gleicher oder ähnlicher Veranstaltungen, Aktivitäten und Angebote, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit etc.
Gemischtkonfessionelle Partnerschaften unterstützen: Austausch mit der evangelischen Christusgemeinde verstärken („Predigttausch“)